Auf ein Wort....

„Neueste Paradies Nachrichten“ - so lautet der Titel eines Buches des englischen Autors David Lodge. In dieser Geschichte hat das Paradies einen Namen: Hawaii. Diese Insel steht wie kaum eine andere für paradiesische Zustände. Und so erzählt der Roman von Bernward Walsh, der sich von England aus mit seinem Vater auf den Weg nach Hawaii macht, um dort das Paradies zu finden. Bernward ist ein ehemaliger katholischer Priester. Er ist vom Glauben abgefallen  - aber immer noch auf der Suche; auf der Suche nach Gott, nach der Liebe und nach dem verlorenen Paradies. Hawaii wird für ihn allerdings kein Paradies. Seine Tante, die dort lebt, ist todkrank; sein Vater, der mitgereist ist, erleidet vor Ort einen Verkehrsunfall. Und so pendelt Bernard wochenlang zwischen beiden hin und her. Das sind ganz und gar keine paradiesischen Zustände, die er eigentlich gesucht hat. Warum sehnen sich die Menschen überhaupt nach dem Paradies? Vermutlich, weil sie einmal dort waren. Weil dort alles begann. Mit Adam und Eva im Garten Eden. Und weil die Menschen von Gott aus diesem Paradies vertrieben wurden. Und warum das Ganze? Der Mensch muss hinaus, weil er vom Baum des Lebens essen wollte. Er wollte wie Gott sein. Grenzenlos. Und deshalb wird er vertrieben aus dem Paradies - hätte es aber gern zurück. Bernard Walsh erlebt in Hawaii derweil doch noch eine Art „Himmel auf Erden“. Denn er verliebt sich. Und zwar ausgerechnet in die Frau, die seinen Vater angefahren hat. Das Buch endet hoffnungsvoll. In dieser Geschichte vom ehemaligen Priester - wie in unserer eigenen Geschichte - geht es letztlich um Erfahrung: Wir leben nicht im Paradies. Wir können uns ewiges Leben und ungetrübtes Glück zwar denken, es aber nicht selbst herbeiführen. Wir pendeln zeitlebens hin und her  zwischen dem Traum vom Schönen und der manchmal so harten Realität. Das Eingangstor zum Paradies ist in dieser Welt nirgends zu finden, und die Urlaubs- und Einkaufsparadiese verschaffen - wenn überhaupt - nur zeitweise glückliche Momente. Aber die gute Nachricht lautet: Es gibt doch einen Weg ins Paradies. Es ist die Liebe Gottes, die den Weg zurück ebnet. Er kommt selbst als liebender Mensch auf die Welt in seinem Sohn Jesus. Und der gibt die Liebe Gottes weiter und sorgt dafür, dass sie sich auf Erden ausbreitet. Mit ihm ist die Tür zum Paradies offen. Und wer das glaubt, der kann nicht anders, als auf dieser Welt die Liebe an andere weiter zu geben; weil er den Glauben an das Paradies nicht verloren hat. Auch wenn die Welt manchmal ganz anders aussieht.

Pfr. Bernd Becker