Auf ein Wort....

„Als ich auf dem Mond stand und das erste Mal auf die Erde zurückblickte, habe ich geweint.“ Alan Shepard, Apollo 14 Mission, 1971 Es ist ein unbeschreiblicher Anblick, die Erde aus dem All zu sehen. Astronauten, die von diesem Erlebnis erzählen, sind häufig überwältigt. ISS Astronaut Ron Garan sagt: „Wir sahen diesen wundervollen, unbeschreiblichen Planeten. Er sieht aus wie ein lebender, atmender Organismus. Aber gleichzeitig sieht er auch sehr zerbrechlich aus.” Overview-Effekt nennt man das Erlebnis, von dem die Astronauten berichten. Sie nehmen eine andere Perspektive ein. Sie sehen die hauchdünne Ozonschicht, die das einzige ist, was alle Lebewesen auf der Erde am Leben erhält. Sie sehen, dass unsere Erde in der perfekten Entfernung zur Sonne steht, um uns zu beschützen. „Und dann wird dir klar, dass wir uns um sie kümmern müssen, damit sie sich weiterhin um uns kümmern kann.“ (Astronautin Nicole Scott) Viele kommen verändert zur Erde zurück. Vieles von dem, was ihnen vorher selbstverständlich war, erscheint nun in einem anderen Licht. Es ist ein Wunder, dass wir auf unserem Planeten so gut leben können. Wir haben Luft zum Atmen, gutes Trinkwasser, Nahrung und Frieden in unserem Land. Oft nehmen wir all das als selbstverständlich hin. Manche Ältere wissen noch, dass es nicht immer selbstverständlich war, in Frieden zu leben und genug zum Überleben zu haben. Manche Jüngere sind heute sensibilisiert für die Zerbrechlichkeit unseres Planeten. Doch häufig kreisen wir so sehr um uns selbst, dass wir den Blick für das Wunder von Gottes Schöpfung verloren haben. Der Blick auf die Erde lässt uns staunen. Er ruft aber auch in die Verantwortung. Wir tragen Verantwortung dafür, behutsam mit der Schöpfung umzugehen und auch den nach uns kommenden Generationen einen lebensfähigen Planeten zu hinterlassen. Wir tragen Verantwortung dafür, dass auch in unserem Land weiterhin friedlich und tolerant miteinander umgegangen wird. Alle Menschen teilen diese eine Erde. Die Stimmen derer, die andere Menschen aufgrund ihrer Herkunft oder Hautfarbe herabwürdigen, dürfen niemals lauter werden als die Stimme derer, die sich für Frieden und Toleranz einsetzen. Den Blick auf das Wunder von Gottes Schöpfung zu richten befreit und macht Mut,  sich für die Erde und die Menschen auf ihr einzusetzen. Dazu müssen Sie zum Glück nicht auf den Mond fliegen. Es reicht, Gott zu danken für all das, was wir zum Leben brauchen. Für die Luft, für die Nahrung und für den Frieden.                                                         

Ihr Pfarrer Thies Friederichs