Bookmark and Share

   

Wanderung durch den Kirchenforst

Vor einiger Zeit machte sich das Presbyterium der Kirchengemeinde Kreuztal auf den Weg, um den Kirchenforst im Kreuztaler Bruch zu erkunden. Statt abendlicher Sitzungen, Diskussionen und Abstimmungen wollte das Presbyterium mit allen Sinnen auf Tuchfühlung mit dem Kirchenforst gehen. Denn was nur die Wenigsten wissen: Die evangelische Kirchengemeinde besitzt mehrere Waldflächen, die teils auch nicht über normale Waldwege erreicht werden können.

So begaben sich an einem schönen Herbsttag die beiden Pfarrer Thomas Rabenau und Thies Friederichs mit einigen Vertreterinnen und Vertretern aus dem Presbyterium auf Wanderschaft. Gemeinsam trafen sich Jutta Heinz, Christa Gehring, Katja Lorsbach, Martin Roth und Waldkirchmeister Ullrich Gießelmann am Ernsdorfer Wanderparkplatz. Dort gesellten sich Martin Sorg und Kurt Görzel hinzu. Kurt Görzel, der den Kirchforst mehrere Jahrzehnte als Forstamtmann betreute, freute sich die Gruppe durch den Wald zu führen und erläuterte die Historie des Kirchforstes. So besitzt die Kirchengemeinde Kreuztal schon seit mehr als 300 Jahren einige Waldflächen.

Martin Sorg, Revierförster im Forstbetriebsbezirk Kindelsberg, übernahm die Führung wenig später und führte die Gruppe durch die einzelnen Waldparzellen. Dabei verdeutlichte er, dass eine Baum-Generation nicht mit den menschlichen Generationen vergleichbar sind – im Wald umfasst eine Generation stolze 120 Jahre! Hier wird also in anderen Dimensionen gerechnet.

Das Presbyterium bekam zudem einen Einblick in die unterschiedlichen Formen der Bewirtschaftung und konnte mit bloßem Auge erkennen, wie sich eine rein ökologisch „geführte“ Parzelle von einer herkömmlich bewirtschafteten unterscheidet. Der Kirchforst wird bereits seit rund 25 Jahren nach ökologischen Gesichtspunkten gepflegt und bewirtschaftet – Anfang der 90er-Jahre keine Selbstverständlichkeit. Kurt Görzels Einsatz und Engagement ist es zu verdanken, dass die Kirchengemeinde heute ein Paradebeispiel für diese ökologische Waldbewirtschaftung ist und dafür sogar zwei große Auszeichnungen von der Landeskirche erhielt.

Die Vielfalt des heimischen Waldes aus Pflanzen, Tieren, Düften und Licht- und Farbenspielen hat uns vor Augen geführt, wie einzigartig Gottes Schöpfung ist. Wie wertvoll, faszinierend und bereichernd die Natur ist, gerät viel zu oft in Vergessenheit.

Wann haben Sie das letzte Mal einen Waldspaziergang gemacht und dabei mit allen Sinnen den Wald erspürt? ...vielleicht entdecken auch Sie neben Eichen, Ahorn und Fichten den nordamerikanischen Tulpenbaum!

__________________________________________________________________